Veröffentlicht: Donnerstag, 29. March 2018

"Bitte teilen Sie uns auch Ihre Gehaltsvorstellungen mit" – so oder ähnlich heißt es gegen Ende der meisten Stellenanzeigen. Hier den richtigen Wert zu finden ist entscheidend: Zu hoch angesetzt, entscheidet sich ein Arbeitgeber für einen anderen Bewerber. Zu niedrig, und die späteren Gehaltsverhandlungen fallen dürftig aus. Doch wie schätzt man den eigenen Marktwert beim Tabuthema Gehalt richtig ein?

Gehaltswunsch

Eine Vorstellung von einem angemessenen Gehalt zu haben, ist vor allem für die Gehaltsverhandlungen im neuen Job wichtig. Spätestens beim Vorstellungsgespräch wird dieses Thema üblicherweise angeschnitten. Doch auch wer schon länger in einer Firma arbeitet, wünscht sich irgendwann eine Gehaltserhöhung – dann ist der eigene Marktwert eine wichtige Größe, die man so genau wie möglich kennen sollte.

Wer lediglich den Arbeitgeber wechselt, aber im selben Beruf tätig bleibt, hat es hier leichter: Das frühere Gehalt ist ein guter Ausgangspunkt. Bei einem Karriereschritt nach oben soll das neue Gehalt natürlich ein Stück über dem früheren liegen. Doch dies gelingt nicht immer so leicht, denn viele Faktoren bestimmen, wie viel Geld ein Unternehmen seinen Mitarbeitern zahlen kann. Große Firmen zahlen in der Regel höhere Gehälter, als es sich kleinere Unternehmen leisten können.

Standortfaktor und Erfahrung

Der Standort ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Je nach Bundesland kann das gezahlte Gehalt stark schwanken, besonders in den östlichen Bundesländern fällt die Bezahlung in der Regel niedriger aus. Vor dem Vorstellungsgespräch oder den Gehaltsverhandlungen an einem Arbeitsplatz in einem anderen Bundesland zahlt es sich daher aus, sich über die marktgerechte Bezahlung vor Ort zu informieren.

Ebenfalls einen wichtigen Beitrag leistet die bereits vorhandene Qualifikation und Erfahrung. Akademiker erhalten normalerweise mehr Geld als Absolventen von Ausbildungsberufen. Weiterbildungsseminare erhöhen die Qualifikation und verbessern so die Gehaltsaussichten. Und wer schon lange in einer Branche arbeitet, hat wahrscheinlich schon mehrere Gehaltserhöhungen bekommen und verdient ebenfalls mehr.

Tabuthema Gehalt

Berufseinsteigern fällt es oft besonders schwer, ein passendes Einstiegsgehalt zu beziffern, da ihnen ein Ausgangs- und Bezugspunkt fehlt. Gespräche mit Bekannten, die in derselben oder zumindest einer nahestehenden Branche arbeiten, können Ihnen hier weiterhelfen. Allerdings sollten Sie dabei daran denken, dass es in Deutschland weitgehend tabu ist, über das eigene Gehalt zu reden. In manchen Unternehmen sind die Mitarbeiter sogar vertraglich verpflichtet, ihre Bezahlung nicht öffentlich zu diskutieren.

Als Alternative bieten sich verschiedene Online-Portale an, die die wichtigsten der genannten Faktoren berücksichtigen. Diese Dienste liefern Hinweise von einer einfachen Vergleichstabelle bis hin zur detaillierten Gehaltsanalyse.