Wie sieht eine gute Bewerbungsmappe aus?

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Wer sich heute für einen Job bewirbt, ist meist einer unter vielen – er muss sich oft sogar gegen hunderte oder tausende Konkurrenten durchsetzen. Das bedeutet aber auch, dass schon die Bewerbung – ob als klassische Mappe oder als PDF – die erste entscheidende Visitenkarte darstellt. Schon Kleinigkeiten können daher beim ersten Auswahldurchgang Top oder Flop bedeuten.

Bewerbungsmappe

Der Personalverantwortliche hat in der Regel wenig Zeit, um die zahlreichen Bewerbungen durchzugehen. Daher gilt hier die Devise: Inhaltlich kurz und prägnant, aber möglichst kreativ und aussagekräftig. Die Bewerbung ist Werbung in eigener Sache und in vieler Hinsicht auch gleichzeitig eine erste Arbeitsprobe – zeigen sich hier schon Schwächen, spricht dies in den Augen der Personaler nicht gerade für den Jobanwärter.

Grundlegendes

Deshalb ist es wichtig, sich Zeit für Ihre Bewerbung zu nehmen – sowohl Form als auch Inhalte wollen sorgfältig erwogen und ausgewählt sein. Äußerlich gilt: Eine lose Blattsammlung ist tabu, ebenso verknickte Blätter, Flecken oder eine schlecht leserliche Schrift. Üblicherweise werden daher alle Bestandteile der Bewerbung in eine Mappe mit transparentem Deckel eingeklemmt oder geheftet. Ob es dabei ein einfacher Klemmhefter tut oder aber eine hochwertigere Mappe nötig ist, hängt auch von der angestrebten Position und der Branche ab.

Rechtschreib- oder Tippfehler sind für die meisten Personaler ebenfalls ein echtes KO-Kriterium – dennoch enthält nach einigen Erhebungen jede fünfte Bewerbung trotzdem noch Fehler. Ebenfalls wichtig: Alle Namen, Adressen und Bezeichnungen müssen richtig geschrieben sein.

Für den Inhalt gilt: Versprechen Sie nichts, was Sie in Ihren Unterlagen nicht belegen können und berücksichtigen Sie bei allem die Anforderungen des künftigen Arbeitgebers. Es kann sinnvoll sein, vor der Erstellung der Bewerbung noch einmal selbst seine Schwächen und Stärken zu analysieren und sich zu notieren, wo man seine Kompetenzen sieht.

Was gehört in die Bewerbung?

Typischerweise besteht eine vollständige Bewerbungsmappe aus folgenden Komponenten:

  • Deckblatt (optional)
  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Foto
  • Zeugnisse

Wie diese Komponenten aussehen sollten, was hineingehört und was nicht, erklären wir im Folgenden.

Das Deckblatt

Ein Deckblatt ist ein Kann, nicht aber ein Muss. Viele Ratgeber empfehlen ein Deckblatt mit Foto und persönlichen Daten, weil es den Überblick erleichtert: Man kann sofort erkennen, wer sich damit um welche Position bewirbt. Andere halten es für überflüssig und unnötigen Ballast. Es bleibt daher Ermessensache, kann aber auch von der Branche abhängen: Von einem Grafiker muss sicherlich mehr Kreativität ausgehen als von einem Büroangestellten.

Wenn Sie ein Deckblatt nutzen, sollte es übersichtlich und ansprechend formatiert sein. Oberstes Ziel ist es, Interesse und Sympathie für das zu wecken, was sich hinter der Titelseite verbirgt. Auf das Deckblatt gehören der Titel "Bewerbung", darunter die angestrebte Stelle. Es folgen das Bewerbungsfoto und Name und Kontaktdaten des Bewerbers. Sinnvoll kann außerdem eine als Liste gehaltene Inhaltsangabe der Bewerbung sein.

Das Anschreiben

Das Anschreiben ist - neben dem Foto - Ihre wichtigste Visitenkarte. Bei Berufseinsteigern sollte seine Länge eine Seite nicht überschreiten, haben Sie bereits Berufserfahrung dürfen es auch zwei Seiten sein. Diese formalen Bestandteile sollte ein Anschreiben enthalten:

Im Kopf stehen links der Absender mit vollständigen Kontaktdaten, darunter der Empfänger (Firma, ggf. Abteilung, Ansprechpartner, Adresse). Rechts finden sich Ort und Datum.

Die Betreffzeile – ohne das früher übliche Wort "Betreff" enthält den konkreten Bezug auf die Stelle und die Angabe "Bewerbung als.." o.ä.

Die Anrede sollte möglichst an einen konkreten Ansprechpartner gehen. Diesen können Sie beispielsweise durch ein Telefonat erfragen. Nennen Sie in der Anrede dessen vollständigen Titel ("Sehr geehrte Frau Dr. Müller,... ").  Wenn Ihnen kein Ansprechpartner bekannt ist, verwenden Sie die allgemein übliche Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren,..." oder "Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,... ").

Die Einleitung umfasst den ersten Absatz und ist das wichtigste und zugleich schwierigste des gesamten Anschreibens. Zu langweilig und damit eher Out sind klassische Einstiege wie "Hiermit bewerbe ich mich…" – im Regelfall steht dies inhaltlich bereits im Betreff. Besser ist es, mit einem persönlicheren Einstieg zu beginnen, der klarmacht, warum gerade Sie für diese Stelle geeignet sind. Generell sollte der erste Absatz ihre Motivation und ihr stärkstes Argument für ihre Eignung vermitteln.

Im Hauptteil ist Raum, um ihre Qualifikationen für diesen Job herauszustellen. Hier geht es nicht darum, den Lebenslauf zu paraphrasieren, sondern Sie sollten gezielt die Tätigkeiten oder Erfahrungen herausgreifen, die im angestrebten Job gebraucht werden. Es geht darum, hier weitere Argumente zu liefern, warum die Firma sie auswählen sollte und warum Sie ideal für diesen Job wären. Übertreibungen sind allerdings eher nicht von Vorteil, schreiben Sie hier nichts, was Sie nicht auch belegen können.

Anschließend geht es um Ihre Motivation, ausgerechnet bei diesem Unternehmen anzufangen: Begründen Sie, warum Sie unbedingt bei dieser Firma arbeiten wollen - und nicht bei einer anderen. Hier könne Sie mit Vorwissen über Firma und Tätigkeit glänzen und auch hier ist es sinnvoll, Bezüge zu Ihren bisherigen Berufserfahrungen herzustellen.

Im Abschluss können Sie ergänzende Informationen unterbringen, beispielsweise Referenzen erwähnen, Hinweise auf einen frühestmöglichen Eintrittstermin geben. Im Schlusssatz erwähnen Sie, dass Sie sich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freuen würden.

Schließen Sie Ihr Bewerbungsschreiben mit der üblichen Grußformel "Mit freundlichen Grüßen", gefolgt von einer handschriftlichen Unterschrift.

Anlagen: Notieren Sie unten links diejenigen Unterlagen, die Sie Ihrem Anschreiben beilegen. Also etwa: "Anlagen: Bewerbungsmappe"

Das Bewerbungsfoto

Ein Foto sagt mehr als tausend Worte. Das Bewerbungsfoto vermittelt den ersten optischen Eindruck – und damit in Teilen auch Ihre Persönlichkeit. Lassen Sie das Foto daher von einem Profi machen und achten Sie auf hohe technische Qualität. Standard ist ein Portraitfoto, private Aufnahmen sind für die Bewerbungsmappe ungeeignet. Ob Schwarzweiß oder Farbe ist letztlich Geschmacksache. Kleben Sie das Foto ein – bloßes Anheften mit Büroklammer oder ähnlichem wirkt unprofessionell.  Platziert wird das Bild entweder auf dem Deckblatt, wenn Sie eines haben oder im Lebenslauf.

Die Wahl der Kleidung ist abhängig von der Position, für die Sie sich bewerben. Kleiden Sie sich entsprechend der für diese Tätigkeit typischen Gepflogenheiten. Bei einem Farbfoto sollten Sie bei ihrer Kleidung gedeckte und harmonische Farben wählen, in  Schwarzweiß-Fotos sind Helligkeitswerte und Kontrast wichtiger. Frauen sollten sich nicht zu sehr schminken und auf übertriebenen Schmuck verzichten. Die Frisur sollte zu Ihrem natürlichen Outfit passen.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf stellt die wichtigsten Stationen Ihrer Ausbildung und des beruflichen Werdegangs im Überblick dar. Er sollte daher tabellarisch, übersichtlich und chronologisch aufgebaut sein. Der Empfänger muss mit einem Blick das Wesentliche erfassen können. Heute wird meist die amerikanische Form bevorzugt – aktuellste Stationen zuerst – das ist aber kein Muss.

Am Beginn des Lebenslaufs stehen persönliche Daten, meist Name, Geburtsdatum und Geburtsort, Anschrift und Familienstand. Gibt es kein Deckblatt mit Foto, dann sollte es hier platziert werden. Anschließend folgen die Daten zum beruflichen Werdegang, der Ausbildung und ggf. zu Weiterbildungen und besonderen Qualifikationen.

Die einzelnen Einträge sollten kurz und sachlich sein. Im berufliche Werdegang beispielsweise Position, Arbeitgeber, Ort und ein kurzes Stichwort  zum Aufgabengebiet. Als Zeitangaben reichen Monat und Jahr (MM/JJJJ – MM/JJJJ). Lücken von bis zu drei Monaten sind in der Regel kein Manko, alles was darüber hinaus geht, fällt auf. Stellen Sie sich hier darauf ein, dazu im Vorstellungsgespräch Fragen beantworten zu müssen.

Zeugnisse und Co – die Anlagen der Bewerbung

In die Anlagen der Bewerbung gehören vor allem Zeugnisse, ggf. aber auch Referenzen oder Arbeitsproben. Verschicken Sie bei Zeugnissen niemals die Originale, sondern nur Kopien. Diese Kopien müssen allerdings von einwandfreier Qualität sein. Es kommt selten vor, dass Firmen beglaubigte Kopien Ihrer Zeugnisse verlangen.

Welche Zeugnisse in die Anlagen gehören, richtet sich nach der Berufserfahrung: Bei Einsteigern sollte dies das letzte Schulzeugnis, der Hochschulabschluss und Praktikumszeugnisse  oder andere Zeugnisse aus selbständigen Tätigkeiten sein. Wenn Sie mindestens zehn Jahre Berufserfahrung mitbringen, brauchen Sie Ihre Schulzeugnisse nicht mehr beizulegen. Bei den Arbeitszeugnissen sollten die aktuellsten ausgewählt werden, außerdem sind Zeugnisse für jobrelevante Weiterbildungen oder Bescheinigungen über Auslandsaufenthalte sinnvoll. Auch maximal zwei Referenzen oder Empfehlungsschreiben können angefügt werden.

Zum Schluss: Die Überprüfung

Für die Bewerbungsmappe gilt: Überprüfen Sie am Schluss noch einmal alles auf Richtigkeit, Rechtschreibung und Vollständigkeit. Checken Sie Ihre komplette Bewerbung noch einmal durch, bevor Sie alle Unterlagen ins Kuvert packen und abschicken.

Wichtige Punkte, die Sie überprüfen sollten:

  • Checken Sie die Bewerbung noch einmal auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung.
  • Liegen alle Unterlagen in der richtigen Reihenfolge: Anschreiben lose obenauf, Lebenslauf mit Foto, Zeugnisse, sonstige Anlagen?
  • Sind die Zeugnisse zeitlich richtig geordnet? (Das jüngste Zeugnis gehört oben auf.)
  • Liegen alle Unterlagen bei, die verlangt wurden?
  • Ist das Foto fest platziert?
  • Sind Firmenanschrift und Name des Ansprechpartners auf dem Umschlag und auf dem Anschreiben richtig geschrieben?
  • Ist der Umschlag im richtigen Format (DIN A4), fest genug (Karton auf der Rückseite) und ausreichend frankiert?

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